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Die Medien über inside Cologne |
| Kölner Stadt-Anzeiger 06.01.2009
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Wo die Teufelchen verzaubert wurden
Von Kathrin Gemein
Die Stadtführerin Veronice Mera leitet unter dem Titel „Schrecklich schöne Schauermärchen“ Führungen zu kölschen Geschichten und Sagen mit einem leichten Gruselfaktor für Kinder und Familien. Besonders auf dem Domherren-Friedhof kommen ihre Gruselgeschichten gut an.
Köln - Teufelchen haben etwas mit Vampiren gemein: Sie mögen kein Tageslicht. Und so müssen sie bei Sonnenschein irgendwo Unterschlupf finden. Da liegt in Köln nichts näher, als sich in den Winkeln und Ecken des Doms zu verstecken? „Ihr müsst euch das mal vorstellen: Da hüpfen die ganzen Hilfsteufel durch die Kirche. Und ärgern und erschrecken die Kirchgänger, jonglieren mit den Hostien und klauen dem Erzbischof die Monstranz“, leitet Veronica Mera ihre Geschichte für Kinder ein. Mit anderen Worten: Eine richtige Plage. Und so verzweifelt der Küster und betet inständig zu Gott, er möge ihn doch von diesen Quälgeistern erlösen. Seine Bitte wird erhört - und jedes Teufelchen verwandelt sich in eine Steinfigur. Die sind in Form von Wasserspeiern rund um den Dom zu bewundern. „Also passt auf: Falls ihr Teufelchen seid - im Dom fällt es auf“, bemerkt Veronica Mera grinsend.
Die 35-Jährige leitet unter dem Titel „Schrecklich schöne Schauermärchen“ Führungen zu kölschen Geschichten und Sagen mit einem leichten Gruselfaktor für Kinder und Familien. Die Tour führt erstmal rund um den Dom - mit Halt auf dem Domherren-Friedhof. „Das ist auf meiner Route mein Lieblingsort. Eine wunderbare Oase der Stille - mitten in der trubeligen Innenstadt“, begründet sie. Außerdem gebe es in Köln seit der französischen Besatzung einen Großteil der einst zu den einzelnen Kirchen zugehörigen Friedhöfe nicht mehr. So sei dies ein Relikt des alten Stadtbildes - und zugleich ein Ort, der zum Nachdenken anrege. „Aber mein Ziel ist es ja, Gäste zum Gruseln zubringen. “ So erzählt sie bildhaft und kindgerecht die Sage um den ersten Dombaumeister Gerhard, der unwissentlich einen Pakt mit dem Teufel einging, oder erklärt die Herkunft der so genannten Grinköpfe, die als steinerne Fratzenmasken an vielen Kölner Häuser verzieren. „Bei so einem Wetter sind meine Führungen eigentlich am schönsten“, erzählt Veronica Mera mit Blick auf den Schnee.
Die geborene Kölnerin ist hauptberuflich Ergotherapeutin. Aber durch ihre Grundschullehrerin ist sie schon früh an Sagen und Geschichten ihrer Heimatstadt herangeführt worden und hat nie die Faszination daran verloren. Als sie vor acht Jahren an einer Führung mit Gruselgeschichten teilgenommen hat, bemerkte sie, wie sehr sie „mit Herzblut an der Thematik“ hängt. Bewarb sich und macht seither etwa zwei Führungen im Monat rund um kölsches Erzählgut. „Ich finde die kleinen Geschichten sehr wichtig, um das Wesen des Kölners und der Stadt an sich zu verstehen“, erzählt Mera. Außerdem knüpfe die kölsche Historie an einem bestimmten Punkt wieder an die europäische Geschichte an. So entstehe ein großer Zusammenhang, der sich sonst nicht so schnell erschließe. Was ist denn das typische Wesen der Kölner? „Diese Gewitztheit, in schwierigen Situationen gerissen zu reagieren und sich um das Problem drum herum zu winden. Schließlich ist der Kölner historisch gesehen schon immer ein kleiner Opportunist, der sich nicht offen wehrt. Aber dafür mit viel Humor.“
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Der Orient in Ehrenfeld
Von PETRA RECKTENWALD
Markus Thulin stellt die Moschee der bosnischen Kulturgemeinschaft auf dem ehemaligen Gewerbegelände an der Vogelsanger Straße vor. Stadtführerinnen und Stadtführer zeigen ihren Lieblingsort.
Eilige Passanten können sie leicht übersehen, die kleine Moschee auf dem ehemaligen Gewerbegelände an der Vogelsanger Straße. Hohe Mauern verdecken einen Großteil des gelblich-beige getünchten Bauwerks, nur durch die Toreinfahrt lässt sich ein Blick darauf erhaschen. Auch Student Markus Thulin entdeckte das von Ornamenten umrankte Gebetshaus mit den zierlichen weißen Säulen bloß durch Zufall. Und während er sich noch über den Farbtupfer in grauer Umgebung wunderte, tauchte unverhofft der Imam der hier ansässigen bosnisch-islamischen Kulturgemeinschaft auf und lud den fremden Besucher zur Spontan-Führung durch die Anlage ein.
„Das war im Oktober“, erläutert der bekennende evangelische Christ. Nun will er das hübsche islamische Gotteshaus an der Vogelsanger Straße 210, seinen Lieblingsort, auch anderenKölnern nahe bringen - diesmal bei seiner eigenen Führung. Seit kurzem erkundet der 28-Jährige mit interessierten Begleitern den „Orient in Ehrenfeld“, dabei geht es um verschiedene Facetten muslimischen Alltags im Stadtteil. Stationen sind etwa der Kurdische Kulturverein, eine türkische Fast-Food-Kette - und eben die bosnische Moschee.
Hier schließt sich Asad Selimanjin von der islamischen Kulturgemeinschaft „Gazi Husrevbeg. e.V.“ der Gruppe an, um den Teilnehmern Informationen zum Bau und zur Gemeinde zu geben. 35 bosnische Muslim-Gemeinschaften gebe es in Deutschland, erläutert der 29-jährige Pressesprecher, die Mitglieder praktizierten einen europäisch geprägten Islam, der es ihnen ermögliche, ihre religiöse Identität ebenfalls in einem säkularen Staat zu wahren. Deshalb gelten auch die 300 kölschen Bosnier vielen als sehr weltoffen und dialogbereit. In Ehrenfeld schufen sie auf 3370 Quadratmetern ein Zentrum mit mehreren Einrichtungen: neben der Moschee eine Wohnung für den Imam, ein Café, einen Lebensmittelladen und einen Klassenraum für Schüler, die sonntags zum Religionsunterricht kommen. „Den früheren Fabrik-Komplex haben wir 1997 für 1,6 Millionen Mark gekauft“, rechnet der Wirtschaftsingenieur vor, „unseren Bank-Kredit haben wir im Januar abbezahlt. Ein riesiger Kraftakt für eine so kleine Gemeinde.“
Viele Muslime mussten tatkräftig mit anpacken, bis aus derehemaligen Produktionshalle ein repräsentatives Gotteshaus wurde. Und Imam Mustafa Hadzic schnitt aus Styropor filigrane arabische Schriftzeichen zurecht, die - inzwischen lackiert und zu einem Koranvers zusammengefügt - den „Mihrab“ zieren, jene vertiefte Wandnische, vor der sich der Geistliche zum gemeinsamen Gebet mit den Gläubigen aufstellt.
Viele Gäste
Die Gebetsnische ist in Weiß gehalten, wie der größte Teil des Innenraums. „Zum Freitagsgebet kommen jede Woche viele Gäste zu uns. Sie haben Gefallen an unserer Moschee gefunden, weil sie so angenehm schlicht wirkt“, sagt Selimanjin. „Ein ansprechendes Gebäude“, findet ebenfalls Markus Thulin, dessen Vater Pfarrer einer thüringischen Gemeinde ist. Von Hause aus ist der Geschichts-Student deshalb an religiösen Themen interessiert. „Ich biete auch Führungen zum jüdischen Leben in Köln an. Und an der Uni beschäftige ich mich gerade mit der Historie des Islam, speziell mit dem mittelalterlichen Mystiker Ibn Arabi“, sagt er.
Der Stadtspaziergang durch den Ehrenfelder Orient, so hofft er, soll Hemmschwellen zwischen Christen und Muslimen abbauen. Die Bosnier jedenfalls freuen sich immer über Besuch, wie Asad Selimanjin betont: „Samstags und sonntags zum Beispiel, da gibt's in unserem Café Cevapcici und typisch bosnischen Mokka.“
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| Kölnische Rundschau 02.08.2007
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| Kölner Stadt-Anzeiger 17.04.2007
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Kölner Stadt-Anzeiger 10.11.2004
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| philtrat - Zeitung der StudentInnenschaft der Philosophischen Fakultät der Uni Köln Nr. 61 - Oktober/November 2004
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| Kölner Stadt-Anzeiger 06.08.2004
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| Kölner Stadt-Anzeiger 27.07.2004
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